Feedback von Kollegiaten

Die wichtigsten Menschen an unserem Kolleg sind unsere Kollegiatinnen und Kollegiaten. Daher kommen diese hier zu Wort und berichten, wie es ihnen am Kolleg gefallen hat und wie es für sie weitergegangen ist. Als Orientierung für das Feedback haben wir die drei Fragen gestellt, die Sie im ersten Feedback finden.

Wo komme ich her?
Ich habe nach meiner kaufmännischen Ausbildung fast zehn Jahre im Finanzsektor des Kulturbereichs gearbeitet: Buchhaltung, Verwaltung, Mittel-Controlling, Personalwesen.
Mir war jedoch immer klar, das ist nicht alles für mich.
Wie war es am Kolleg?
Weiterführend. Horizonterweiternd. Sowohl fordernd als auch förderlich. Für mich haben sich meine Möglichkeiten extrem erweitert, ich habe mich selbst besser kennengelernt und konnte dadurch meinen Zielen wesentlich klarer folgen bzw. sie umsetzen.
Wo bin ich jetzt?
Ich habe meinen Traum verwirklicht, das Interesse zum Mensch, zur Philosophie und zu Phänomenen in Kulturen und im Verhalten von Menschen sowie Kunstgeschichte zu verfolgen und studiere nun an der Humboldt Universität Berlin Kulturwissenschaft im Kernfach und im Zweitfach Kunstgeschichte.
Der Weg lohnt sich, bleibt dran, bleibt an euren Visionen dran!
Franziska S. (Abitur 2017)

Schule war für mich immer ein Synonym für Hölle. Nach Jahren, in denen ich körperliche und psychische Gewalt erfahren habe, hieß Schule immer Schmerzen zu haben und Lehrer waren Menschen, die es nicht interessiert hat, ob ich mit blauen Flecken und wackelnden Zähnen heimging.
Vor dem Kolleg habe ich in der Altenpflege gearbeitet und mich um meine Kinder gekümmert.
Am Kolleg Schöneberg durfte ich komplett neue Schulerfahrungen machen, ich durfte auf Menschen treffen, die mich mit all meinen Macken genommen haben, wie ich bin, und ich durfte auf Lehrer und Lehrerinnen treffen, die sich kümmern und interessieren.
Lehrende, die in uns Dinge gesehen haben, die wir selber auf Grund unserer Vergangenheit nicht sehen konnten.
Für all diese Erfahrungen bin ich aus tiefstem Herzen dankbar und sie haben dazu geführt, dass ich jetzt selber Biologie und Englisch auf Lehramt studiere.
Jamila K. (Abitur 2017)

Ich habe damals mein Abitur abgebrochen und nach der Realschule wollte ich mich unbedingt sozial betätigen. Nach dem Zivildienst kam eine Ausbildung zum Heilerzieher und ich habe ein paar Jahre in der Psychiatrie und anschließend im Hospiz gearbeitet.

Das Kolleg hat mir vor allem Zeit gegeben. Zeit, um wieder in einen Lernrhythmus zu kommen und Zeit, um mich mit mir und Varianten von Zukunft auseinanderzusetzen. Ein bisschen Seiltanz mit Netz. Man darf herumprobieren und wenn’s schief geht, fällt man nicht zu hart.
Ich habe direkt nach dem Abitur angefangen Filmwissenschaft und Philosophie zu studieren. Das mache ich noch immer, nur nicht mehr in Vollzeit, sondern ich arbeite auf einer halben Stelle als Redakteur für eine Zeitung.
Dennis S. (Abitur 2016)

Nach der 10. Klasse habe ich eine Ausbildung zum Koch gemacht. Danach habe ich einige Jahre in der Gastronomie gearbeitet und war ein Jahr in Australien.
Zurück in Deutschland habe ich mich für das Kolleg und gegen ein Jobangebot als Flugbegleiter entschieden, um mir alle Möglichkeiten für meine weitere Karriere zu eröffnen.
Die Zeit am Kolleg Schöneberg hat mein Leben verändert.
Das Abitur war das Ziel, weswegen ich ans Kolleg kam und ich habe bei verschiedenen sehr engagierten Lehrenden unglaublich viel Fachliches gelernt.
Aber ich habe noch viel mehr erreicht: nämlich meiner inneren Stimme zuzuhören und meinen ganz eigenen Weg zu entdecken.
Außerdem habe ich neue und inspirierende Menschen kennengelernt, die heute meine Freunde sind.
Ich bin unglaublich dankbar!
Entgegen meiner Annahme hat mich das Abitur nicht an eine Uni gebracht, aber mir den Mut gegeben, mich voll und ganz auf mich zu verlassen. Ich habe meine kreative Ader wiederentdeckt und arbeite nun als Fotograf, Grafiker und Designer.
Matthias G. (Abitur 2015)

Ich habe einen Realschulabschluss gemacht und dann eine zweieinhalbjährige Ausbildung zur Hotelfachfrau. Dann habe ich mich für das Abitur entschieden.
Am Kolleg durfte ich erfahren wie toll es ist, freiwillig zu lernen. Es war wunderbar, endlich mitentscheiden zu können, welche Informationen in meinen Kopf kommen und welche nicht. (Das Benotungssystem gibt es natürlich auch noch am Kolleg 😉)
Jetzt studiere ich im fünften Semester Jura.
Anna-Maria W. (Abitur 2015)

Vor dem Kolleg war ich Kaufmann im Einzelhandel für Bekleidung. Das war wenig erfüllend und wenig aussichtsreich, geschweige denn mit Sinn behaftet: der Ausgangspunkt für die Entscheidung zum zweiten Bildungsweg.
Am Kolleg war es sinnstiftend, wie erhofft. Neben der formellen Qualifikation, ein Hochschulstudium zu beginnen, habe ich gelernt, nicht nur kritisch, sondern auch konstruktiv zu denken. Das hilft einerseits, Sinn in seinem Leben auszumachen und zu stiften, andererseits, einen geeigneten Studiengang zu finden und erfolgreich zu bestreiten.
Heute studiere ich im 3. Fachsemester Erziehungswissenschaft (Master) an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg, ausgestattet mit den besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche (und sinnhafte) Berufslaufbahn. Ein Dank dafür geht auch ans Kolleg Schöneberg.
Andreas R. (Abitur 2013)

Ich habe eine kaufmännische Berufsausbildung absolviert und war vor Beginn des Kollegs in diversen Unternehmen meist im Vertrieb angestellt. Ich war unzufrieden mit der Arbeit im Büro und zudem schlecht bezahlt. Es kam der Punkt, an dem ich beschloss, mir durch das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg neue Möglichkeiten zu kreieren. Was ich wollte, war später einmal irgendetwas zu machen, was mir Freude bereiten würde und besser bezahlt wäre.
Schule war für mich vor dem Kolleg – im Großen und Ganzen – eine schmerzhafte, langweilige und bisweilen angsteinflößende Institution gewesen. Ich war frustriert und glaubte, nur zu wenig im Stande zu sein.
Im Kolleg dagegen konnte ich angstfrei lernen. Zudem hatte ich wunderbare Begegnungen mit ganz tollen Menschen. Einige sind bis heute noch enge Vertraute für mich.
Ich habe die Zeit am Kolleg intensiv, manchmal durchaus überfordernd, aber vor allem sehr bereichernd erlebt, denn dort habe ich gelernt an mich zu glauben. Das Kolleg sprengte eine Angstbarriere in mir und schaffte einen Raum, in dem ich mich bis heute ungehindert weiterbilden kann. Ich denke, diesen Raum werde ich mein ganzes Leben lang nutzen.
Ich befinde mich im letzten Semester des Bachelor-Studiengangs Erziehungswissenschaften und Kulturwissenschaften an der Humboldt Universität zu Berlin. Ich denke, ich werde nach ein paar Jahren Berufserfahrung noch einen Master absolvieren. Zudem interessiere ich mich für eine Ausbildung im Bereich der systemischen Therapie. In jedem Falle habe ich noch lange nicht ausgelernt und ich bin sehr dankbar, dass ich mein Abitur am Kolleg nachgeholt habe. Denn dadurch bin ich dem, was ich wirklich möchte einen großen Schritt näher gekommen.
Magdalena A. (Abitur 2014)

Ich habe vor meinem Abitur für insgesamt 8 Jahre als medizinische Fachangestellte gearbeitet.
Die Zeit am Kolleg ist mir als eine der schönsten in Erinnerung geblieben. Man macht sein Abitur bewusst, mit einem bestimmten Ziel. Durch den beruflichen Werdegang genießt man das Schülersein und alles was damit zu tun hat.
Jetzt stehe ich kurz vor meinem Hochschulabschluss. Ab Mai 2018 bin ich Diplom-Lebensmittelchemikerin.
Susan B. (Abitur 2013)

Ich bin ausgelernte Winzerin aus Freiburg, habe in diesem Beruf jedoch keine Zukunftschancen gesehen.
Dadurch dass es ein Kolleg für Erwachsenenbildung ist, war es sehr entspannt. Die Lehrer waren tolerant und respektvoll. Auch hat man bei jedem Problem ein offenes Ohr gefunden und zusammen nach einer Lösung gesucht. Manchmal vermisse ich das Kolleg Schöneberg.
Ich studiere „Soziale Arbeit“ in Cottbus. Fernerhin arbeite ich in Berlin-Zehlendorf, dort betreue ich eine junge Frau mit Autismusspektrumsstörung. Zur Zeit schreibe ich meine Bachelorarbeit.
Danach werde ich den Master in „Soziale Arbeit“ machen.
Nicola Z. (Abitur 2014)

Nach dem Realschulabschluss habe ich eine Ausbildung zur Bibliotheks-Assistentin gemacht, dann habe ich mich entschieden das Abitur nachzuholen.
Am Kolleg konnte ich leider nicht meinen gewählten LK bekommen (Geschichte), habe aber dafür so viele positive Erfahrungen mit Politikwissenschaften gemacht, wie ich es niemals für möglich gehalten hätte und habe in den zwei Jahren wahnsinnig viel gelernt.
Seit 2012 bin ich Studentin der Skandinavistik in Greifswald und Berlin und schreibe gerade meine Bachelorarbeit.
Lea M. (Abitur 2012)

Medien:

Einer von unseren Kollegiaten (Abiturjahrgang 2013) wurde von der taz interviewt, näheres unter:

Link zur taz (ohne Fotos)  bzw.  vollständiger Artikel als PDF (mit Fotos)

Interviews

Am Kolleg Schöneberg begegnen sich die unterschiedlichsten Menschen.

Jede einzelne Biografie klingt spannend und verdeutlicht, wie und warum sie oder er den Weg zum Kolleg gefunden hat. Um dies zu veranschaulichen, haben Johannes Blume und Joachim Saint-Paul Interviews geführt und gefilmt.

Menschen am Kolleg